Ist das schon New Work oder doch erst mal „nur“ eine Krise?

Plötzlich ist nichts mehr wie es war … Wir müssen unser Leben an ganz vielen Stellen neu organisieren, im Privaten wie im Job. Und wer irgend kann, arbeitet ab sofort zuhause … Auch ich selbst arbeite seit Montagnachmittag aus dem Homeoffice … Und deshalb kann ich mir gut vorstellen, welch drastische Umstellung dieser plötzliche Zwang zu ‚New Work‘ überall dort bedeutet, wo flexibles Arbeiten bisher nie ein Thema war. In einem Land, dessen Arbeitswelt immer noch weitgehend von Präsenzkultur dominiert ist, werden Tausende Arbeitnehmer*innen plötzlich in die Eigenverantwortung entlassen.“

(LinkedIn-Beitrag von Sabine B., 20. März 2020)

Nichts ist mehr wie es war. Diese Zeit verlangt uns sehr viel ab, sie verändert uns, wir befinden uns in einer echten Krise. Der Umzug ins permanente Homeoffice und die Rund-um-die-Uhr-Parallel-Betreuung von Kindern oder Angehörigen bedeutet für viele eine echte, aber auch herausfordernde Verschmelzung von Arbeit und Privaten.

Das kann sich gut anfühlen, und doch stellt diese Situation für die meisten erst einmal eine große Aufgabe dar, sich diesen neuen und mehr oder weniger ad-hoc aufgezwungenen Arbeits- und Lebensbedingungen anzupassen. Aufgezwungen entweder durch die Anordnungen der Regierenden, oder weil unsere Verantwortung und unser Gewissen uns aufträgt zu handeln, unsere Gewohnheiten zu verändern, um die negativen, auch wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Pandemie einzudämmen – Stichwort: #flattenthecurve und #stayathome.

Arbeitsgewohnheiten verändern sich also radikal – aber ist das schon New Work?

Wir haben uns gefragt, was sich genau in Bezug auf unsere Arbeit geändert hat und inwiefern das mit New Work gleichzusetzen ist. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die derzeitige Arbeitswelt – Stichwort: staatlich verordnetes „Homeoffice“ und „Remote Work“ – noch keine neue Arbeitswelt im Sinne von New Work ist.

Warum denn nicht?

Weil viele in diesen besonderen Zeiten durch die Corona-Pandemie gezwungen sind von zu Hause aus zu arbeiten. Das tun sie aber in den gleichen Strukturen wie bisher, wenn auch in anderen Arbeitsformen, mit – für viele Arbeitnehmer*innen, aber auch für Arbeitgeber*innen – neuen, ungewohnten digitalen und technischen Hilfsmitteln.

Und zudem noch unter erschwerten Bedingungen: Während Home Office „vor Corona“ eine wunderbare Möglichkeit war, in Ruhe und konzentriert in eine Aufgabenstellung einzutauchen und dem Alltagsgewusel des Büros zu entkommen, sieht Homeoffice aktuell so aus: Die Partnerin / der Partner arbeitet im Nebenzimmer, die Kinder wollen unterhalten oder müssen beschult werden, es gibt keinen schnellen Kaffee mit einer Kolleg*in in der Kaffeeküche, stattdessen muss schnell noch ein Mittagessen gezaubert werden und und und … und obendrein: die andauernde, unterschwellige Angst vor einer Infektion.

Diese Angst und die vom Staat getroffenen Maßnahmen zwingen uns dazu, Dinge zu tun, die vorher nicht vorstellbar waren, setzen neue Prozesse in Gang. Und wir fühlen uns dabei teilweise sehr einsam. Und teilweise sind wir aufgeregt, weil sich alles neu anfühlt.

Dennoch

… kann diese aktuelle Situation ein guter Nährboden sein, um den New Work-Gedanken zu beflügeln. Denn viele New Work-Eigenschaften sind jetzt gerade sehr gefragt: Anpassungsvermögen – Vorstellungskraft – gute Kommunikation – Selbstorganisation – Verantwortung – Vertrauen.

 

@Sven Franke

Dort wo Homeoffice schon etabliert ist und „New Work“ in Teilen schon gelebt wird, ist es leichter mit der Situation umzugehen, denn es gibt bereits eine echte Vertrauensbasis zwischen Führungskraft und Mitarbeitern. Für alle anderen heißt es aber: jetzt muss auch die letzte Führungskraft Vertrauen in die Mitarbeiter*innen entwickeln … denn es geht ja gar nicht anders, sie müssen aktuell vertrauen.

Wird sich ihr Vertrauen auch in der Nach-Corona-Zeit zeigen?

Ein erster Schritt in die New Work Welt?

Wir erkunden gerade die digitale Welt und sind erstaunt, was es da alles Tolles und Brauchbares gibt. Wir probieren aus, erlauben uns Fehler – in dieser besonderen Zeit.

Wird diese Neugier, die Lust am Neuen und eine konstruktive Fehlerkultur auch in die Nach-Corona-Zeit hineinschwappen?

Ein weiterer Schritt in Richtung New Work für uns alle?

Wir haben uns final gefragt, was wir jetzt schon konkret tun können, bzw. was wir an andere weitergeben können, damit die Werte und das Mindset, das wir teilen, nicht Teil eines Corona-Notfallplans bleiben, sondern gelebte Arbeitsrealität werden!

  1. Wir wollen ab sofort noch mehr Vorbild für eine gute Arbeitskultur sein

Wir fangen im eigenen Umfeld an und haben plötzlich ein ganz konkretes Beipiel für „VUCA Welt“. Wir können unseren Kolleg*innenen, Mitarbeitenden und Kund*innenen sehr gut erläutern, warum neben Anpassungsfähigkeit und Kreativität, auch Diversität und Menschlichkeit die Superkräfte der Zukunft sind. Wir versuchen motiviert und trotzdem realistisch mit der Situation umzugehen und nutzen unsere ganze Vorstellungskraft, um unseren neuen Arbeits- und Lebensalltag sinnvoll und lebenswert zu gestalten.

Kleine Workhack- Geschenke erhalten die Freundschaft. Wir leben gute Kommunikation, ganz bewusst, hören zu, statt gleich Antworten auf alles zu haben, also mehr Mindful Communication, und wir geben uns und unseren Bedürfnissen eine Stimme (Ja, die zehnte Einladung zur virtuellen Kaffeepause kann für manche sogar erdrückend sein). Wir geben aufeinander Acht und schlagen einfach mal vor, selbst in großen Runden Check-Ins und Check-outs zu machen ( Zwei Worte pro Person können ausreichen: „Dein Top, Dein Flop?!“).

  1. Und das können wir als Führungskräfte tun           

VUCA Welt – Wer weiß schon was morgen ist? Aber wir kennen die Stärken unserer Mitarbeiter und daher vermitteln wir, dass stärkeorientierte Verantwortlichkeiten wichtiger sind als pure Aufgabenbezogenheit. Wir haben mehr Akzeptanz für digitale Zusammenarbeit und Karrieren – was gerade für Eltern mit kleinen Kindern eine echte Erleichterung und extra Motivation bedeuten kann.

Wir erkennen an, dass Leistung nicht unbedingt mit fester zeitlicher Verfügbarkeit einhergehen muss. Wir sehen, dass die Vernetzung von interdisziplinären Teams wichtig ist und freuen uns über Vorschläge unserer Mitarbeiter*innen, wie man Teams noch enger zusammenbringen kann. Wir haben Vertrauen und sehen Kommunikation auch als wichtige soziale Komponente an, in remoten Arbeitsumgebungen genauso wie im Büro. Wir sind Mentoren, Leader, Rahmengeber.

… ja dann, dann sind wir auf dem Weg zu „gutem neuen arbeiten“, zu New Work.

P.S.: Zu gerne wüssten wir auch noch, was Fritjoff Bergmann von dieser Situation hält.


Hallo, ich bin Annkathrin Friedrich und ein „junges“ Enfant Terrible aus Berlin. Ich arbeite seit über 10 Jahren im Homeoffice, beschäftige mich viel mit den Themen Firmenkultur und Diversität und möchte mehr Frauen für die IT begeistern.

 

 


Hallo, ich bin Bea Giersig und Enfant Terrible. Arbeit, Zeit und Geld sind schon lange meine Themen in Kunst, Coaching, Beratung und Training. Darum heißt auch mein Unternehmen arbeitzeitgeld.de Und… ich liebe Menschen, bin gerne mit ihnen zusammen, höre ihnen gerne zu, lache gerne mit ihnen und liebe Musik in den unterschiedlichsten Farben.

 

Ich bin Marlies Hebler, sonnenbeglückte Neu-Münchnerin, im Herzen für immer Hamburgerin, mit Start-up-Gründungserfahrung und Konzernkarriere in der Publishingbranche (analog und digital), habe soeben die LET-„zeitenreise“-Ausbildung mit großer Begeisterung abgeschlossen und bin seit dem 1. April als Head of Ideas in der neuen Kommunikationsagentur The Maria Agency tätig. Aktuelle Verfassung: Großes Staunen über den Zustand der Welt.

Hallo! Ich bin Christiane und unterstütze Les Enfants Terribles mit frischen Texten, Ideen und Konzepten für analoge und digitale Präsenzen. Ich lebe in Berlin und Brandenburg, liebe Brecht, Borchert und zamonische Dichter. Meine Hashtags: #DigitalMarketing #SocialMedia #EmployerBranding #Workshops.