Wie man ein Astronaut wird

Quelle: Photo by Danis Lou on Unsplash

Endurance – ein sehr gut gewählter Titel für die faszinierende Autobiographie des NASA Astronauten Scott Kelly. Faszinierend, nicht als literarisches Werk – geschrieben hat er es wohl mit Ghostwriter und das Lektorat hätte besser sein können -, sondern als Beispiel dafür, dass scheinbar fast alles möglich ist, was der Mensch sich so Verrücktes vornimmt. Voraussetzung: es passt zu ihm.

Scott Kelly berichtet von seinem Jahr auf der internationalen Raumstation ISS und erzählt dabei auch seinen Weg bis dahin. Kaum zu glauben ist, dass er ein ganz schlechter Schüler war, nur Blödsinn im Kopf hatte und nicht wusste was er werden wollte. Und dass er einzig durch eine Zufallslektüre über waghalsige Testpiloten dazu kam, sein Lebensziel zu identifizieren: „Die Typen sind genauso durchgeknallt wie ich UND sie verdienen damit Geld!“.

Der Weg vom „Looser“ zum Testpiloten wird detailliert und spannend nachgezeichnet und allein beim Lesen wird einem schwindelig. Die Frage drängt sich auf, wie man das alles in einem einzigen Leben unterbringt. Und dabei bleibt es nicht. Nach dem Testpiloten will er Space Shuttle Pilot werden – und wird es. Und dabei bleibt es auch nicht. Er wird auch noch Astronaut. Und zwar der erste, der ein ganzes Jahr am Stück auf der ISS verbringt.

Immer wieder faszinierend ist seine „Endurance“, sein Durchhaltevermögen. Da wirkt die Kraft eines leidenschaftlichen Ziels wie ein Magnet, statt dass Druck in eine vermeintlich sinnvolle Richtung schiebt. Da ist Neugier, Leidenschaft und sicher auch ein wenig Adrenalin-Sucht gepaart mit Disziplin und Ernsthaftigkeit in der Umsetzung eigener Träume. Und immer wieder auch ganz banale und humoreske Momente, die den Mythos „Weltall“ demaskieren. Die Raumstation als einen Ort, an dem die Reparatur der Boardtoilette eben ein tagfüllendes und existenziell relevantes Projekt ist.

Ich selbst werde nie Astronautin werden, da bin ich mir (leider) sicher. Aber meine Neugier ist geweckt. Dank Scott Kelly hatte ich einen sehr kurzweiligen Einblick, oder besser Ausblick auf das Leben im All, der meinen Blick auf den All-tag auf Erden auf jeden Fall bereichert hat.

Klare Leseempfehlung!

 

Eine Anmerkung zu unseren Buchempfehlungen: wir sind sehr dafür, dass Bücher beim kleinen Buchladen um die Ecke oder auch bei Shops wie Buch7 (die mit 75% ihres Gewinns soziale Projekte unterstützen) gekauft werden. Wir benutzen hier aus praktischen Gründen Links zum Amazon-Shop, weil wir dann u.a. die Buchtitel im Rahmen des Partnerprogramms zeigen dürfen. Das heisst noch nicht, dass Ihr darüber auch bestellen müsst, aber wenn Ihr das tut, verwenden wir die Einnahmen daraus (5% auf jede Bestellung) für die Community-Arbeit von LES ENFANTS TERRIBLES.

joanna

von

Hallo! Ich bin Joanna und gehöre auch zu den ENFANTS TERRIBLES. Ich bin die Gründerin von RAUM FÜR ENTWICKLUNG, einem Reflexionsraum, in dem sich Methoden aus Coaching, Beratung und Therapie gegenseitig bereichern. Und mein Lieblingsthema ist "Wer bin ich und wie geht das?".

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.