»Menschen verhalten sich systemkonform vernünftig. Wenn die Organisation blöd ist, verhalten sie sich blöd.«

Quelle: Photo by Mitchell Hollander on Unsplash

Es gibt ja ohne Ende Bücher übers Zusammenarbeiten, über Führung und Veränderung. In der Regel ackert man sich durch viele Seiten und ist am Ende meist auch nicht schlauer. Wenn Lars Vollmer ein Buch schreibt, dann ist das kein Fach-, sondern immer ein Menschen-Buch. Einfach und klar. Und immer mit (s)einer Meinung – die kann man gut finden – oder auch nicht. Auf jeden Fall sind seine Bücher gutes Gedankenfutter und schöne Herzanregung.

Jetzt hat Lars ein neues Buch geschrieben: „Wie sich Menschen organisieren, wenn ihnen keiner sagt, was sie tun sollen.“ Es geht also um Selbstorganisation – eines der viel und hitzig diskutierten New Work-Themen. Im Moment gerne angewandt von Führungskräften, die ihren MitarbeiterInnen schon immer mal zeigen wollten, wie es ist, wenn sie wirklich(!) Verantwortung übernehmen müssen. Und dann enttäuscht sind („Ich hab‘ echt losgelassen“ aka „Jetzt sollen sie doch mal sehen…“) und sich wundern (und auch ein kleines bisschen freuen), wenn es mit „Macht mal!“ nicht funktioniert.

Selbstorganisation ist ein ziemlich anspruchsvolles Thema, das letztlich viel mehr „Führung“ als jeder Top-Down-Betrieb braucht. Sowas wie eine gute Wahrnehmung und Feingefühl, Selbstreflektion und eine klare aber respektvolle Kommunikation. Es braucht aber vor allem die entsprechende Transparenz (z.B. alle sonst so geheimen Budget- und Kalkulationszahlen), die Befugnisse und den Handlungsspielraum für die MitarbeiterInnen. Und nicht zuletzt Kompetenzen bei den Menschen, die auf einmal Aufgaben übernehmen sollen, die ihnen vorher der Chef diktiert, sie ständig dazu kontrolliert und gesteuert hat. Es braucht eben keine institutionalisierte Führung.

Frederic Laloux hat in seinem Buch „Reinventing Organizations“ Selbstorganisation als eines der 3 Elemente einer evolutionären Organisation beschrieben. (Wer Laloux noch nicht gelesen hat: gleich bestellen. Es ist das beste Grundlagenbuch für gutes neues Arbeiten.)

Und hier ist auch noch einmal der Link zu unserem Artikel mit dem Kompendium von Christian Rüther über moderne Arbeitsformen, in dem Selbstorganisation aus unterschiedlichen Aspekten und Kontexten betrachtet wird.

Aber zurück zu Lars und seinem neuen Buch:
Es knüpft an sein letztes Buch „Zurück an die Arbeit!“ an, in dem er das „Business-Theater“ (sprich Management) anprangert, das uns vom richtigen Arbeiten abhält.

Das neue Buch ist eine „Buchstütze“ dafür – mit 7 1/2 Gedanken für die Umsetzung. Es geht u.a. um echte Mannschaften, um Wissen als Machtinstrument, um Ämterlosigkeit, Prinzipien versus Regeln und um’s Beute teilen. Wirklich gute Gedanken und Perspektivwechsel, aber auch konkrete Umsetzungen zum Teil aus eigenen Projekten.

Wenn Lars nicht Bestseller-Autor und Speaker ist, dann ist er der Mit-Gründer von intrinsify.me, einem Netzwerk und Think Tank für „happy working people“, die wir als LES ENFANTS TERRIBLES natürlich großartig finden. Schaut Euch da also gerne mal um.

Hier ist der Link zu Lars Webseite, um mehr über ihn zu erfahren. Dort gibt es auch weitere Artikel, die er geschrieben hat.

(Die handsignierten Bücher sind übrigens jetzt leider schon versandt. Wir hatten sie an die Ersten verschickt haben, die uns geschrieben haben, warum sie dringend mehr über Selbstorganisation wissen müssen. Danke an alle, die mitgemacht haben! Das war eine gute Inspiration :-))

 

Eine Anmerkung zu unseren Buchempfehlungen: wir sind sehr dafür, dass Bücher beim kleinen Buchladen um die Ecke oder auch bei Shops wie Buch7 (die mit 75% ihres Gewinns soziale Projekte unterstützen) gekauft werden. Wir benutzen hier aus praktischen Gründen Links zum Amazon-Shop, weil wir dann u.a. die Buchtitel im Rahmen des Partnerprogramms zeigen dürfen. Das heisst noch nicht, dass Ihr darüber auch bestellen müsst, aber wenn Ihr das tut, verwenden wir die Einnahmen daraus (5% auf jede Bestellung) für die Community-Arbeit von LES ENFANTS TERRIBLES.

marion

von

Hallo! Ich bin Marion, die Gründerin von LES ENFANTS TERRIBLES, eine Initiative und Community für gutes neues Arbeiten. Ich berate und unterstütze Menschen, Teams und Unternehmen auf ihrem Weg zu einem besseren Miteinander im Job. Und außerdem liiiiebe ich Bücher, alte Autos und die Berge.

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