♡ Über Liebesbriefe, einfach anfangen und den richtigen Job im Leben …

Quelle: Photo by Sharon McCutcheon on Unsplash

Cathy Narriman ist eine Frau mit großen wachen Augen, einem ansteckenden Lachen und super viel Energie. Sie ist die Gründerin von Flipped Job Market, einem Unternehmen, das dir dabei hilft, einen neuen Job, oder sagen wir besser, die eigene Berufung zu finden.

 

Wieso hast Du Flipped Job Market gestartet?

»Eigentlich wollte ich damals etwas ganz anderes starten… Wie das immer so ist: Ich hatte mich in vorherigen Jobs mit Lernkultur und Bildung befasst und wollte nun diese Ideen mit dem Thema Gesundheit beruflich verbinden. Für diesen Weg bin ich sehr methodisch vorgegangen, so, wie ich es für mich richtig fand. Und mit meinem „Handwerkszeug“ eben, das ich gut kannte. Und genau das fanden die Leute dann interessant! Und sie wollten das auch lernen! Und dann hab ich einfach nebenbei angefangen, das mit einer Gruppe zu machen. Und dann kam ein Name dazu, ein Logo, noch ein Kurs, Mitstreiterinnen. Ja, und jetzt gibt es Flipped Job Market. Und Leute, die auch so unterwegs sind, wie ich damals. Und das Schöne daran: Es hat ganz viel mit Lernkultur, Bildung, Potenzialentfaltung, Verantwortung und natürlich sogar auch mit Gesundheit zu tun.«

 

Und wieso hast Du überhaupt etwas Neues gestartet? Was treibt Dich an?

»Ich habe für mich festgestellt: Es braucht eigentlich nicht viel Mut, etwas zu verändern oder anders oder neu zu machen. Ich selbst bräuchte inzwischen viel mehr Mut und Kraft, um an etwas festzuhalten, was nicht mehr funktioniert, oder auf einem Weg zu bleiben oder Dinge zu machen, weil „man sie halt so macht“ –  während sich um mich herum ständig etwas verändert und entwickelt. Ja, klar, Neustart ist schon auch anstrengend, und es braucht Menschen um einen herum, die das auch so sehen, und die vertrauen und neugierig sind. Ich habe mein Tempo gefunden, und so ist es lebendig und bringt weiter. So kommt es, dass wir neben den Kursen inzwischen auch Teams und Institutionen beraten, da geht es ja auch um Rollen und Aufgaben und Rahmenbedingungen, um Netzwerke, innovative Methoden, um Prozesse. Ich betrachte das alles als praktizierte Soziale Kunst.«

 

Wie ist die Resonanz darauf von den Teilnehmenden?

»Die erste Reaktion, die wir gespiegelt bekommen, ist immer: große Erleichterung. Das Gefühl, dass man selbst handeln und steuern kann, dass man Spielraum hat, es andere gangbare Methoden und Sichtweisen gibt, dass das Leben kein Konstrukt für den Arbeitsmarkt sondern real und komplex ist und sein darf. Und das wir nur das eine Leben haben jeder. Das erleichtert die Leute in der Leistungsgesellschaft. Leute jeden Alters übrigens.
Und nach einem Kurs oder einer Beratung sagen viele: „Ich habe was ganz anderes gesucht, erwartet. Aber was ich bekommen habe, konnte ich mir vorher nicht vorstellen, und es ist viel besser!“
Wir vermitteln keine Jobs, wir unterstützen Leute, praktisch und mental Handlungsspielraum zurückzugewinnen und zu nutzen.«

 

Und was hast Du aus diesem Format bisher für Dich selbst gelernt?

»Ein wichtiges Learning für mich ist: Es funktioniert nur, wenn ich es selbst so lebe. Das ist insofern praktisch, als dass ich sozusagen von Berufs wegen meinen Job und unser Team so gestalten muss, dass es uns gut damit geht und dass ich dazu stehen kann. Im Ernst, das ist gar nicht so leicht immer. Bei FJM geht es ja eben nicht um Stärken und Schwächen, sondern immer um das, was man gerne tut. Eben nicht nur das, was dolle Spaß macht oder halt getan werden muss, sondern eben was man gerne macht. Und das kann banal sein, oder weltverändernd. Das kann einem leicht fallen, oder einen herausfordern. Das kann auch was Trauriges sein – wenn jemand z.B. Sterbebegleitung macht oder so, dann ist es auch wichtig, dass das dieser Mensch gerne macht, Resonanz spürt. Das ist ein ständiges Ringen.
Ich bin überzeugt: wenn hier alle immer wieder für sich genau hinschauen, dann macht das die Welt besser. Und (in diesem Sinne!) möchte ich gerne weitergeben: Macht Dinge, die Ihr wirklich gerne macht!«

 

Was liebst Du an Deiner Arbeit? Was macht Dich so grundsätzlich glücklich beim Arbeiten? Und was macht Dich glücklich bei/mit Deinem Unternehmen?

»Haha, da muss ich angelehnt an Willy Brandt erstmal sagen: Lieben tue ich meinen Mann und meine Kinder, nicht meinen Job.
Und ich denke aber auch an die Momente im Kurs, wenn Leute wieder anfangen, sich selbst gut zu finden, sich zu lieben und zu mögen, so wie sie sind. Und sich gegenseitig freuen, dass sie dazu beitragen, dass sich jede und jeder gut finden darf. Das zu bewirken, macht glücklich!
Überhaupt: Das meiste meiner täglichen Arbeit mache ich echt gerne: Ich rede gerne, bin gerne in Gruppen aktiv, spiele, lache, texte, konzipiere, vernetze, berate gerne, höre gerne zu, freue mich gerne mit. So toll, dass ich das machen muss alles! (Ungeliebte Dinge gebe ich möglichst an andere ab, die das wiederum richtig gerne machen, wie Rechnungen schreiben und so…)
Und ich muss an die Resonanz denken, die wir nach Veranstaltungen und Kursen bekommen, auch viele richtige Briefe. Das sind wie Liebesbriefe, das ist meine Währung, das macht mich echt richtig glücklich, da geht mir das Herz auf. Und dann finde ich mich selbst auch gut und bin stolz auf mein Unternehmen.«

 

Und zum Schluss noch: warum engagierst Du Dich für “neues Arbeiten”? Und was ist denn Deine Definition davon?
»Ich engagiere mich in dem Sinne nicht für „neues Arbeiten“, ich engagiere mich für Menschen in der Arbeitswelt, und für eine Gesellschaft, in der es gerecht zugeht, in der sich Menschen über Umverteilung, Soziales, Zukunft, Chancen, Auswirkungen Gedanken machen und Verantwortung übernehmen können, für sich, für die Umwelt, die Welt: Von der Arbeit leben können. Und mit der Arbeit leben können. Und mit dem, was man schafft, gut leben können, dazu stehen können.
Mich interessieren Menschen, und mich interessiert auch der Begriff der „Arbeit“. Und ich finde ihn einen guten Ansatzpunkt, von dem aus man was bewegen kann.«

 

Und für alle, die jetzt Lust gefunden haben, ihre Berufung oder Liebe zur Arbeit (neu) zu entdecken, gibt Cathy 10% Rabatt auf die Teilnahmegebühr der Tagesworkshops und 5 % auf die Teilnahmegebühr der Kurse von Flipped Job Market. Hier ist der Link zu den Terminen. Gebt einfach „Les Enfants Terribles“ bei der Buchung mit an.

Have fun!
Und berichtet uns, wenn wir Ihr mitgemacht habt!

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