Lauf!

Quelle: Photo by Isaac Wendland on Unsplash

Am ersten Wochenende im neuen Jahr habe ich zusammen mit einer Freundin eine Visionsarbeit für 2018 gemacht. Das ist erfahrungsgemäß eine gute Sache, um in meinem Kopf und Herz wabernde Gedanken und Gefühle zu sortieren. Am Ende dieser 2-3stündigen Arbeit zeigte sich interessanter- und auf wundersame Weise, was mir wirklich, wirklich wichtig ist.

Da steht nun als Ziel: Schreiben. Schreiben. Schreiben.
Und: Laufen. Laufen. Laufen.
Und: es klebt ein Post-It an der Wand mit „Frankfurt Marathon Oktober 2018“.

Mein großer Traum war immer, den New York Marathon zu laufen. Meine Altersgruppe kann sich mit einem Schnitt von 5:30 Minuten pro Kilometer qualifizieren. Der Gedanke, dass ich dafür einfach nicht mehr ausreichend Ehrgeiz habe, hat mich dann doch davon abgehalten. Punkt. Oder auch, ich habe den Hintern nicht hochbekommen, um für diesen Traum über einen Zeitraum, systematisch und mit Zwischenzielen zu arbeiten. Und dabei auch noch die Freude daran zu halten.

Dabei bin ich ziemlich sportlich und weiss auch, was Sport, insbesondere Ausdauersport mit einem – will sagen mit mir – macht. Er setzt oft ungeahnte Energien frei (wenn man sich nicht überfordert), die besten Ideen kommen wie aus dem Nichts, das Sortieren von Gedanken, das Verarbeiten und Loslassen von belastenden Gefühlen – um nur einige Effekte zu nennen. Und körperlich passiert sowieso einiges. Unter anderem werden Glückshormone freigesetzt. Seit den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts gibt es genügend wissenschaftliche Studien, die belegen, dass Ausdauersport viel besser gegen Depressionen hilft als ein Anti-Depressivum. Allein darüber könnte man einen eigenen Beitrag schreiben.

Also, nicht New York, aber Frankfurt. Realistisch sein.

Und gleich zur Tat schreiten und die guten Vorsätze angehen! Am selben Abend habe ich mich dafür angemeldet. Schon mal gut. Es ist wichtig, den erste Schritt zu gehen.

Und dann passiert erst etwas, was ich nur zu gut von mir kenne: ich schaffe alle Voraussetzungen zur Erfüllung eines Ziels und dann – mache ich nix. Ich starte ein Vorbereitungsprogramm für 10km in einer Stunde (in Runtastic, sehr empfehlenswerte App fürs Laufen gehen), aber drücke mich vor dem gezielten Training. Ich gehe lieber in meine Komfortzone, laufe in dem ewig selben Tempo und denke: „Ist ja noch so viel Zeit…“.

Und dann passiert etwas Merkwürdiges: Ich bekomme die Einladung, hier zu schreiben – über Sport und Vorsätze und übers Machen und sowas. Aha. Spannend. Welche Energien da wohl von meinem Frankfurter Wohnzimmer und dem Visionboard mit dem Ziel „Schreiben. Schreiben. Schreiben.“ (und „Laufen. Laufen. Laufen“) nach Berlin gewandert sind…

Der Druck wächst. Also für beide Ziele.

Und ich denke: vielleicht braucht es das, Druck, oder besser Impulse, die einen zu den gesteckten Zielen hintreiben, einen ermutigen (im wahrsten Sinne des Wortes), nicht aufzugeben und ihnen in kleine(re)n Schritten entgegen zu gehen. Wenn man diesen Impulsen nämlich nicht folgt, können Träume auch zu Alpträumen werden, die einen verfolgen, weil man sie so lange ignoriert hat. Wenn diese Impulse aber in die Richtung weisen, dass die gesetzten Ziele umgesetzt werden sollen, ja, was gibt es für eine bessere Bestätigung dafür, dass sie für einen bestimmt sind.

Was ich jetzt mache?

  • Erstmal den Impulsen und guten Energien folgen. Und zwar am besten den eigenen. Und manchmal auch denen, die von Außen an einen herangetragen werden (Danke nach Berlin an der Stelle!).
  • Mich im Laufverein anmelden und in der Gemeinschaft trainieren. Das gibt mir Struktur und die Erfahrung von vielen, die schon einmal an diesem Punkt waren. Ich muss nämlich nichts alleine hinkriegen.
  • Dazwischen weiter mit dem eigenen Training mit Runtastic (als gute Unterstützung) weitermachen.
  • Immer wieder auf mein Visionboard schauen, überprüfen und über das Erreichte freuen. Auch wenn es kleine Schritte sind.
  • Und über meine Erfahrungen damit berichten. Und zwar nicht nur über die Erfolge, sondern auch über die Misserfolge, über meine Zweifel und die schweren Beine. Alleine dieser Beitrag hat für mich den Effekt der Erleichterung. Leichter werden. Weil nicht mehr so viel in Kopf und Herz rumwabert.

Und, Leute, auch ein sportliches Ziel für dieses Jahr gesteckt? Na dann, Turnschuhe an und raus!

(Wer noch mehr über das Erreichen von Vorsätzen lesen möchte, kann das hier tun.)

anja

von

Hallo, ich bin Anja und Mitglied bei Les Enfants Terribles. Ich mag Menschen. Sie faszinieren mich mit allem, was sie ausmacht, ihre Lebensgeschichten und Einzigartigkeit und ich helfe ihnen, sich selbst so anzunehmen, wie sie sind und sich zu entfalten. Ich liebe Sport (insbesondere Laufen), gesunde Ernährung und Lachen, viel Lachen.

Kommentar (1)

  1. Pinkback: Wie man seine Neujahrsvorsätze wirklich wirklich erreicht. Echt jetzt! | mittwochs.online

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