Über Ikigai oder den Grund, Montagmorgens gerne aufzustehen

Quelle: Photo by Jess Watters on Unsplash

Es ist Montagmorgen. Du liegst im Bett und dein Wecker klingelt dich aus dem Schlaf: Was ist der Grund, für den du jetzt aufstehst?

Aufstehen, um zur Arbeit zu gehen, um Geld zu verdienen, um Karriere zu machen? Aufstehen, um deinen Lebenssinn zu finden? Oder aufstehen, um diesen Sinn zu leben? Vielleicht liegt dein Fokus gar nicht auf Arbeit: Dein Grund aufzustehen ist es, jeden Tag Glück, Gesundheit, Freude zu verspüren. Oder die beste Version deines Selbst für Freunde und Familie zu sein.

Unsere Gründe sind so vielfältig wie die Vielfalt unserer Persönlichkeit und Lebensumstände. Doch eine Gemeinsamkeit (oder vielleicht Sehnsucht…) teilen wir alle: Unser Leben so zu gestalten, dass wir unsere Zeit mit bedeutsamen Tätigkeiten und Menschen verbringen können – und auch selber von Bedeutung zu sein. In Okinawa, Japan, haben die Menschen dafür ein Wort geschaffen: Ikigai.

Ikigai hat keine 1:1 Übersetzung. Die naheliegendste Beschreibung ist: „Der Grund, für den es sich lohnt, jeden Tag aufzustehen.“ Ikigai ist jedoch kein Zustand, der, einmal gefunden, immer bleibt. Unser Leben ist immer in Bewegung. So ist auch Ikigai. Ikigai ist flüchtig und vielmehr eine Lebenseinstellung mit verschiedenen Disziplinen, die mit Training immer wieder ausgebaut, angepasst, verfeinert wird. Trainierst du stetig dein Ikigai, so erkennst und findest du deinen Grund, für den es sich lohnt, jeden Tag aufzustehen. Du wirst zum Gestalter deines Lebens. Nicht umgekehrt. Proaktiv statt reaktiv. Und du trennst nicht mehr zwischen Arbeitszeit ODER Lebenszeit. Für dich ist Arbeitszeit GLEICH Lebenszeit.

Doch wie trainierst du dein Ikigai und wo fängst du am besten an? Ikigai besteht aus 4 Disziplinen und der Schnittmenge daraus.

 

 

  1. Disziplin: Deine Passion
  • Was liebst du und wofür brennst du im Leben?
  • Was sind deine Motivatoren und die Werte im Leben, die dich antreiben und als Nordstern anleiten?
  1. Disziplin: Deine Berufung
  • Was sind deine natürlichen Talente?
  • Welches Fachwissen und Erfahrungswissen hast du bereits und willst du dir noch aneignen?
  1. Disziplin: Dein Beitrag
  • Wenn du dir klar bist über deine ersten beiden Disziplinen: Was kannst du der Welt, deinem Umfeld, deinen Mitmenschen geben? Was kannst du beitragen und welche emotionalen Werte willst du auch zurückbekommen?
  1. Disziplin: Deine finanzielle Sicherheit
  • Geld allein macht nicht glücklich, kein Geld sicher unglücklich*. Welche und wie viele Ressourcen brauchst du, um dir dein finanzielles Auskommen zu sichern?

Stelle dir diese Fragen. Je tiefer du in die Disziplinen einsteigst, desto klarer bildet sich dein Ikigai heraus. Und dir die Fragen in verschiedenen Zeitabständen und Kontexte regelmäßig zu stellen, gehört genauso dazu wie regelmäßig Essen und Trinken.

Nimm daher den Druck raus, sofort die perfekte Antwort zu finden. Erlaube dir Zeit, Freiraum und vor allem Scheitern! Auch dein Lieblingsgericht oder -getränk hast du mit der Zeit und durch Ausprobieren gefunden.

 

Du kannst mit der Disziplin, in der du die meiste Klarheit hast, beginnen. Aus unserer Erfahrung: Wenn du mit Disziplin Nummer 1 „Passion“ anfängst und deinen Nordstern zuerst definierst, fallen dir die anderen Disziplinen leichter. Daher haben hier wir für dich zum Download eine Übung als Startpunkt und Inspiration bereitgestellt:

 

Bevor du dich aber an das Ikigai Training setzt, wollen wir einen letzten Punkt mit dir teilen. Die Übersetzung von Ikigai „Der Grund, für den sich lohnt, jeden Tag aufzustehen.“ ist nicht nur die naheliegendste, sondern auch die weit verbreitetste Übersetzung. Die Wenigsten kennen jedoch die alternative Übersetzung von Ikigai, nämlich „Die Möglichkeit, immer im Flow sein zu dürfen“. Um einen Flow-Zustand bei jeder Tätigkeit zu erreichen, genügt es nicht nur, sein Ikigai kognitiv zu trainieren. Ikigai ist nämlich eigentlich eine Lebenseinstellung – für die Gesunderhaltung deines eigenen Energiehaushalts. In Ikigai geht es demnach auch darum, sich mit Ernährung und Bewegung zu beschäftigen und die gesunde Einstellung dazu zu trainieren. Erst die Verbindung zwischen Kopf und Körper macht Ikigai ganzheitlich und damit auch einzigartig.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Entdecken! Berichtet uns gerne, was Ihr über Euch gelernt habt!

Und hier haben wir noch eine Buchempfehlung für die vertiefende Arbeit am eigenen Ikigai.

 

*Aus dem Buch „Thank God Tt’s Monday“ (Seite 174) von Dark Horse Innovation

Eine Anmerkung zu unseren Buchempfehlungen: wir sind sehr dafür, dass Bücher beim kleinen Buchladen um die Ecke oder auch bei Shops wie Buch7 (die mit 75% ihres Gewinns soziale Projekte unterstützen) gekauft werden. Wir benutzen hier aus praktischen Gründen Links zum Amazon-Shop, weil wir dann u.a. die Buchtitel im Rahmen des Partnerprogramms zeigen dürfen. Das heisst noch nicht, dass Ihr darüber auch bestellen müsst, aber wenn Ihr das tut, verwenden wir die Einnahmen daraus (5% auf jede Bestellung) für die Community-Arbeit von LES ENFANTS TERRIBLES.

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