♡ Übers Geben und Nehmen, übers Besitzen und einen Think-Tank in der Fahrradwelt …

Quelle: Photo by Ruslan Bardash on Unsplash

Ulrike Saade ist die Gründerin von velokonzept, einer Agentur die Veranstaltungen zum Thema Fahrrad und neue Mobilität konzipiert und organisiert und Institutionen und Firmen dazu berät. Sie ist außerdem die Gründerin und Initiatorin von Bikebrainpool, dem größten Think-Tank der Fahrradbranche mit Mitgliedern aus 47 Organisationen. Eine sehr umtriebige Frau, die schon ganz früh zum Thema „Selbstorganisation“ experimentiert hat.

 

Wieso hast Du Deine Initiative “Bikebrainpool” gestartet? Was treibt Dich an?

»Ich habe die Vision: ein Forum für die Fahrradbranche, für all die innovativen und kreativen Menschen unter uns, die Trendsetter sind (oder sein sollten) und sich austauschen wollen. Durch Synergieeffekte lassen sich bisher brachliegende Ideen umsetzen und nicht zuletzt – die Marktchancen für alle erhöhen.

So lautete wörtlich vor 22 Jahren meine Einladung zur ersten Bikebrainpool-Sitzung in Kassel. In den 90er Jahren sah die Fahrradwelt noch anders aus, das Fahrrad war statusmäßig bei vielen noch unten, das Rad sollte billig sein. Ich hatte den Eindruck, dass bei vielen Akteuren der Fahrradindustrie eher Depression herrschte, es nicht in die Autobranche geschafft zu haben. Ich wollte die Potenziale wecken, Akteure aus Wirtschaft, Politik, Lobby vernetzen, bessere Produkte rund ums Fahrrad fördern und natürlich die Verkehrswende herbeiführen – und habe deshalb den Bikebrainpool mit guten Leuten aus der Fahrradbranche initiiert.«

 

Wie ist die Resonanz darauf von den Teilnehmenden?

»Die war damals schon super und ist es heute immer noch!!! Der Bikebrainpool hat sich als Think Tank unter führenden Entscheidern der Fahrradbranche aus Industrie, Handel, Lobby, Politik, Presse etabliert und weiterentwickelt.«

 

Was hast Du aus diesem Format bisher für Dich gelernt? Was würdest Du davon gerne weitergeben, mit uns teilen?

»Wichtig ist die Offenheit und Integrität der Teilnehmer untereinander, deshalb bin auch der „Doorkeeper“ und passe auf, dass wirklich nur Menschen teilnehmen, die geben und nehmen. Wir diskutieren aktuelle Themen und entwickeln Ideen, z.B. zur Veränderung des Marktes durch die digitale Transformation und die E-Mobility. Wir mussten allerdings (leider) lernen, dass wir als Bikebrainpool Projekte nicht selbst umsetzen sollten, weil da z.B. leicht Konkurrenzen ins Spiel kommen. Aber wir freuen uns, wenn die bei uns entwickelten Ideen anderswo umgesetzt werden (– manchmal auch mit meiner Unterstützung). Deshalb wirklich eher ThinkTank als DoTank, aber dafür locker mit viel Vernetzung unterschiedlichster Akteure.«

 

Was liebst Du an Deiner Arbeit? Was macht Dich so grundsätzlich glücklich beim Arbeiten? Und was macht Dich glücklich bei/mit Deinem Unternehmen?

»Ich freue mich wirklich sehr, dass meine „Mission“ mit dem Fahrrad zu einer umwelt- und menschengerechten Mobilität beizutragen – mit der ich in den 80er Jahren angetreten bin- heute so im Trend ist und jetzt wirklich – endlich!!! – die Verkehrswende Fahrt aufnimmt. Und, dass so viele tolle junge engagierte Menschen mit mir arbeiten – insbesondere meine Mitarbeiter/innen in meiner Firma Velokonzept. Und neben der Sinnhaftigkeit ist es natürlich total wichtig, ökonomisch auf sicheren und guten Beinen zu stehen! Und das habe ich zum Glück auch erreicht.«

 

Du hast Dich schon sehr früh mit Themen wie “Selbstorganisation” oder “Demokratischer Zusammenarbeit” beschäftigt? Was denkst Du heute darüber – vor allem wenn Du jetzt diese ganze New Work-Bewegung siehst?

»Aber wie ich das gemacht habe! Ich habe 10 Jahre lang in Fahrradladen-Kollektiven gearbeitet und anschließend 10 Jahre den VSF (Verband selbstverwalteter Fahrradbetriebe e.V.) geleitet. Uns gehörte immer gemeinsam die Firma, wir hatten formal keine Hierarchien, alles wurde ausdiskutiert – manchmal stundenlang. Das war natürlich oft sehr nervig, aber wir waren mit unseren Fahrradläden auch erfolgreich. Bei „New Work“ habe ich den Eindruck, dass es zwar um gute Arbeit geht – und das macht Ihr heute besser und professioneller als wir damals. Aber, dass die Besitzverhältnisse der Firmen dabei keine große Rolle spielen, das wundert mich. Die waren uns damals sehr wichtig.«

 

Wer mehr über den Bikebrainpool erfahren möchte, kann das hier tun. Und wer hier zufällig aus der Fahrradbranche ist und mitmachen will: auf auf!

Und dann verlost Ulrike Saade 5mal 2 Freitickets für die kommende VELOBerlin, die am 14./15.04.2018 auf dem Flughafen Tempelhof stattfindet. Hier gibt es alle Infos dazu. Die Tickets gehen an die schnellsten Emailer an hallo@mittwochs.online.

marion

von

Hallo! Ich bin Marion, die Gründerin von LES ENFANTS TERRIBLES, eine Initiative und Community für gutes neues Arbeiten. Ich berate und unterstütze Menschen, Teams und Unternehmen auf ihrem Weg zu einem besseren Miteinander im Job. Und außerdem liiiiebe ich Bücher, alte Autos und die Berge.

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