Enfant terrible in der Küche, im Wald und im Geiste

Quelle: Photo by John Konrad on Unsplash

Rene Redzepi ist intensiv, emotional und ihn umgibt eine rohe Wildheit, die kein Blatt vor den Mund nimmt.
Ohne Mütze fährt er mit dem Christiania Bike und mit seinen Töchtern durch den Schnee in Kopenhagen.

Im Dokumentarfilm noma – der Film beschreibt er seine Kindheit in Mazedonien, wo er frei und glücklich in der Natur aufwächst.
Waldgeruch in der Nase und Harz an den Händen.
Später in Dänemark verbringt er seine Abende damit, seiner Mutter zuzuschauen wie sie den Boden in einem Krankenhaus putzt. Ohne iPad.
Er ist mit Rassismus konfrontiert und bekommt als Sohn muslimischer Einwanderer keine Wohnung.
Intensität und Wildheit streifen Gewalt und Freiheit lernt das Gefangen-sein kennen.

Die Küche seines weltberühmten Restaurant Noma erzählt von dieser Kindheit und von seinen Erinnerungen. Von seiner wilden und glücklichen Verbundenheit mit der Natur, in der Intensität und Präsenz selbstverständlich ist.
Eine Küche, die vom Rhythmus und von den Erzeugnissen der Region lebt. Eine Rückkehr zu seinen natürlichen Wurzeln. Nun in Dänemark.

Rene Redzepi lässt seine Emotionen frei und pflanzt seine Erinnerungen einem anderen Teil der Erde wieder ein. Damit erschafft er etwas, das Menschen berührt und verzaubert.
Seeigel, Pilze, Thymiansorten, Rosenknospen und Birkensaft. Viele Muscheln. Die Natur ist im Film sehr nah und unmittelbar. Genauso wie Redzepi, der nicht immer nett ist. Genauso wenig, wie ein Schneesturm nett ist.

Der Film emotion erzählt auch von Erinnerungen.

Er beschreibt, wie wir unsere emotionalen Erinnerungen entweder wegschließen, betäuben und verneinen können.
Oder wie wir Wege finden, unsere emotionalen Erinnerungen frei zu lassen.
Jeder Schmerz, jedes Leiden und jede Irritation in unserem Alltag erinnert uns an diese Wahl, die wir immerzu neu treffen können.

Jede unserer Gemütsbewegungen möchte uns diese Wahlmöglichkeit vor Augen führen. So der Tenor der Dokumentation.
Der Film hat nicht nur in dieser Hinsicht eine ziemlich amerikanische Atmosphäre und er spricht über Energie und Chakras als sei das allgemein gültiges Wissen.
Und doch ist es spannend, einfach zuzuhören und eventuelle Vorurteile für einen Moment beiseite zu lassen.
Denn Neurowissenschaftler Joe Dispenza, Autor Donald Neale Walsch, spiritueller Physiker Nassim Haramein und viele andere Energie-Experten unternehmen einen Versuch, diese Themen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Rene Redzepi ist durch die Decke gegangen, weil er es auf andere Art und Weise, auf seine Weise gemacht hat.
Er hat seine emotionalen Erinnerungen dafür genutzt, etwas Neues zu erschaffen. Etwas mit Sinn und mit Resonanz.

Emotionen frei lassen bedeutet einfach fühlen und spüren.
Ich denke, so macht eine Muschel das mit ihren Perlen.

Nee Quatsch, da ist doch ein Sandkörnchen drin!
Und aus dem Schmerz, den so ein picksendes Ding verursacht, entsteht dann Schönheit.
Würden die esoterischen Amerikaner sagen…

katrin pauline

Hallo, ich bin Katrin Pauline Müller. Meine Vision von freien, vielfältigen und menschlichen Formen des Ausdrucks und der Kommunikation, setze ich als freie Texterin und Autorin gleich praktisch um. Ich mag Kultur und Natur, Farben und Geschmäcker. Und ich liebe Musik ebenso wie Stille.

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